Das Tischlerhandwerk in Südtirol

Warum Tischler nicht nur Tische machen

Tradition steht für Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Bewährtes. Eine Tradition macht Sinn, wenn sie Wegweiser und Motor für das künftige Voranschreiten ist. In diesem Sinne bildet die Tradition eines Handwerks die Wurzel für sein Fortbestehen und sein Wachsen.

Das Tischlerhandwerk blickt auf eine lange Tradition zurück, genoss schon früh das Ansehen eines bedeutenden, eigenständigen Gewerbes und hat den technischen Fortschritt sowohl vorangetrieben als auch aus anderen Bereichen aufgenommen und für sich selbst integriert.

Die Tischlerstube

Die Handwerkskunst der Holzbearbeitung für Innenausbau existiert in Südtirol seit vielen Generationen. Die Arbeit mit dem Werkstoff Holz ist ein wesentlicher Teil der Kultur der Region Tirol.

Vor der Zeit der Zentralheizungen und der elektrischen Öfen war die Bauernstube als einziger rauchfrei beheizter Raum der Mittelpunkt des Familienlebens. Hier saß man beisammen und widmete sich verschiedensten Tätigkeiten. So war es auch üblich, den gemütlichen Rahmen der getäfelten Stube für die Anfertigung von Holzarbeiten, Schnitzereien und Möbeln zu nutzen.

Das Tischlerkunst war also in vielerlei Hinsicht ein mit viel Sorgfalt und Geduld selbst erlerntes Handwerk, das sich mit der Zeit zu einem eigenen Gewerbe entwickelte.

 

Die traditionelle Ausbildung zum Tischler reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Seit 1950 orientiert sich die Lehrlingsschulung am Modell des deutschsprachigen Auslandes.